2010

2. dezember 2010

Der Chlausauszug in Muri war wiederum begleitet von Laternenträgerinnen und Traichlern

Die Bevölkerung von Muri und Umgebung bereitete am Abend des ersten Adventssonntages den Murianer Samichäusen einen würdigen Empfang vor der Pfarrkirche. Auf der Marktstrasse wurden dann die erwartungsvollen Kinder mit einem
Chlaussäckli beschenkt.


Lange vor dem Auszug der fünf Samichläuse und ihren Schmutzli aus der Pfarrkirche versammelten sich die Besucher auf dem Vorplatz. Die Clairongarde unter der Leitung von Martin Burkart unterhielt die Anwesenden mit besinnlichen Melodien. Kurz vor fünf Uhr riefen die Kirchenglocken für einmal nicht zum Gottesdienst, sondern zum Empfang des Samichlaus. Und pünktlich kamen die fünf Murianer Samichläuse aus der dunklen Kirche und freuten sich über herzlichen Empfang von leuchtenden Kinderaugen und friedlich gestimmten Leuten.
Pfarreiseelsorger Andres Lienhard freute sich ganz besonders, dass er so viele Leute vor der Kirche begrüssen durfte, die dem St. Nikolaus einen würdigen Empfang bereiteten. Von St. Nikolaus aus Myra sei nicht viel bekannt, bemerkte Andres Lienhard, aber als Bischof war er bei den Gläubigen sehr beliebt. Andres Lienhard hofft, dass der neue Bischof Felix Gmür bei den Leuten so gut ankommen wird, wie seinerzeit Bischof Nikolaus in der heutigen Türkei.
Von den eben verklungenen Glocken habe jede eine eigene Stimme, bemerkte der Samichlaus in seinen Gedanken an die versammelte Besucherschar. Es gebe verschiedene Glocken, vom kleinen Glöcklein des Samichlaus zur Schiffsglocke bis hin zu den grossen Kirchenglocken. Er schilderte den Anwesenden das Entstehen einer Glocke in der Glockengiesserei, die nach dem Guss erst vier Wochen, wenn sie ganz abgekühlt ist, aus der Glockenform herausgeholt werden kann. Dann sei nicht die Schönheit einer Glocke von grösster Wichtigkeit, sondern deren Klang.
Genau vier Wochen dauere das Erkalten einer frisch gegossenen Glocke, und genau so lange müssten wir noch warten bis Weihnachten. In dieser Zeit haben wir Gelegenheit, mit unserer Stimme und besonders unserem Tonfall den Leuten mit Freude zu begegnen oder sie mit einem guten Wort zu beglücken.
Nach dieser kirchlichen Zeremonie suchten die Samichläuse gleich den Kontakt zu den erwartungsvollen Kindern und nahmen ihnen, dank ihres liebenswürdigen Auftretens, gleich die Angst vor dem Samichlaus. Die Traichler aus dem Muri-Dorf, die Laternenträgerinnen des Blaurings und die Fackelträger der Jungwacht führten dann den Chlauszug an. Die Samichläuse und die Schmutzli genossen sichtlich den würdigen Empfang und winkten den Besuchern entlang der Route freundlich zu.
Die Feuerwehr Muri hatte den Verkehr so umgeleitet, dass die Marktstrasse für den Einzug des Samichlaus verkehrsfrei war. Die Glocken der Klosterkirche begrüssten die Ankommenden mit ihren verschiedenen Klangfarben und gaben dem Anlass eine besonders feierliche Note. Viele erwartungsvolle Kinder durften aus den Händen des Samichlaus ein Säcklein mit Nüssen und allerlei Süssigkeiten entgegennehmen und mit ihm einige Worte wechseln.
Den unterkühlten Besuchern des Chlausauszuges offerierte der Gewerbeverein Muri und Umgebung einmal mehr würzigen Glühwein und feinen Punch.


Zeitungsbericht vom Freischütz

30. November. 2010

Ohne die «Säckli-Frauen» geht zu Beginn der Samichlaus-Saison in Muri gar nichts

Jedes Jahr ist der Murianer Samichlaus zu Beginn der Adventszeit in den lokalen Medien präsent. Die Themen sind insbesondere das vielgestaltige Chlaus-Geschehen samt Chlaus-Hüsli oder auch der Chlausauszug mit der anschliessenden Bescherung auf der Marktstrasse. Mit den Jahren ist daraus ein umfassendes Angebot entstanden. Doch ohne die «Säckli-Frauen» geht jeweils vor der Bescherung in Muri gar nichts. Daher sei für einmal ein Blick hinter die Kulissen geworfen.

Ab 1972 bekam diese Zeit zu Beginn des Advents in Muri ein Gesicht, nachdem sich verschiedene Frauen und Männer zum öffentlichen Schenken entschlossen hatten. Es begann mit passenden Diensten an der (jungen) Bevölkerung, mit verteilten Lebkuchen und mit Chlaus-Auftritten. Für die Besuche der Samichläuse musste jedoch die entsprechende Infrastruktur geschaffen werden.
So fanden sich damals ihrer sieben Frauen, vorwiegend Gattinnen von Samichläusen und Schmutzli, zusammen. Sie widmeten sich der hehren Aufgabe, ihre Partner so auszustatten, dass sich diese sozusagen mit vollen Händen in den Dienst der Nächstenliebe stellen konnten. Diese Zahl Sieben ist bis heute fix geblieben. Ersetzt wurden mit der Zeit lediglich zwei inzwischen verstorbene Mitglieder der Gruppe.
So soll also der Öffentlichkeit vom Geschehen berichtet werden, welches sich am vergangenen Wochenende in den Zivilschutzräumen des Schulhauses Badweiher bot: 150 Kilogramm Erdnüsse, 120 Kilogramm Mandarinen, 18 Kilogramm Basler-Leckerli, 15 Kilogramm Gewürznüsse und unzählige Schleckereien in Form von «Tiki» wurden sauber in 800 Plastiksäckli verpackt und mit roten Bändern verschnürt. Und alle diese Säckli wurden in 14 Harassen für die Bescherung der begeisterten Sprösslinge bereitgestellt, welche dann am vergangenen Sonntagabend den Samichlaus bei seinem Auszug aus der Pfarrkirche auf die Marktstrasse begleiteten.
Und was ist dann jeweils der Lohn der Frauen für ihren Einsatz? Eine anschliessende Kaffee- und Kuchenstunde mit Gedankenaustausch, von dem wohl einmal mehr Muris Kinder profitieren durften.


Zeitungsbericht vom Freischütz

25. November 2010

Im Maiholzwald durfte die Bevölkerung den Samichlaus und seine Helfer wieder besuchen

Was gibt es Schöneres in dieser Jahreszeit, als ofenfrischen Lebkuchen zu geniessen und dem bärtigen weisen Mann bei einer seiner vielen Geschichten zuzu-hören. In Muri stimmen sich Eltern und Kinder traditionell mit dem Besuch des Chlaushüslis auf die Adventszeit ein.

Erwartungsvoll warteten die Kleinen mit ihren Angehörigen in der festlich beleuchteten Weihnachtsbaum-Allee, welche auf den letzten Metern zum Chlaushüsli führte. Endlich war es wieder soweit, und sie durften den Samichlaus besuchen. Die Vorfreude war ihnen anzusehen, denn es ist etwas ganz Besonderes, dem Chlaus bei seinen Vorbereitungen für die bevorstehenden Familienbesuche zuzusehen.
Im Kamin loderte ein herrliches Feuer, und es war gemütlich warm in der Hütte. Es duftete nach Lebkuchen und die Bäcker-Kläuse schoben bereits die nächsten Bleche in den Backofen. Die Kinder waren schon sehr gespannt, welche Weihnachtsgeschichte der Sami-chlaus dieses Jahr erzählen würde. Und so erfuhren die Kinder, wie der Chlaus seinen Helfer Schmutzli fand.
Es war einmal ein armer Holzfäller, der wegen seines alten, schäbigen Mantels und seiner etwas merkwürdigen Art von den Dorfbewohnern ausgelacht und verstossen wurde. Der Mann versuchte den Kontakt zu den Menschen zu vermeiden, doch es war wieder einmal an der Zeit, sein Holz zu verkaufen. Doch niemand im Dorf wollte sein Holz kaufen, denn alle warteten auf den Samichlaus.
Unverrichteter Dinge machte er sich wieder auf den Weg nach Hause. Als er in seiner Hütte vor dem Kamin sass und aus dem Fenster blickte, sah er wie der Samichlaus schwerbeladen an seinem Haus vorbei durch den Schnee stapfte. Schnell öffnete er die Türe und lud den bärtigen Mann zu einer heissen Tasse Tee ein. Dankend nahm der Samichlaus an und wärmte sich am Kaminfeuer.
Doch bald musste der Samichlaus wieder weiter. Er wollte an diesem Abend noch viele Kinder besuchen. Kurze Zeit danach ging der Holzfäller aus dem Haus, um ein paar Holzscheite für sein Kaminfeuer zu holen. Ein paar Schritte von seiner Haustüre entfernt, lagen Nüsse, Mandarinen, Lebkuchen und Äpfel auf dem Boden.
Im Dorf angekommen, bemerkte der Samichlaus das grosse Loch in seinem Leinensack. Er hatte auf dem Weg alle Geschenke für die Kinder verloren. In der Ferne sah er einen Mann mit einem grossen Jutesack auf ihn zukommen. Es war der arme Holzfäller, der dem Samichlaus die Gaben für die Kinder zurückbrachte. Der Samichlaus bedankte sich bei dem Mann und fragte ihn nach seinem Namen. «Ich heisse Schmutzli», sagte der Holzfäller. Der Samichlaus fragte den Mann, ob er ihn auf seinen Besuchen begleiten wolle, denn er habe schon lange auf einen gu-ten Helfer gewartet.
Die Leute im Dorf waren sehr erstaunt, als sie den Mann an der Seite des Samichlaus erkannten. Das war ihnen eine Lehre. Sie wollten nie mehr
einen Menschen wegen seiner Kleidung oder seiner Art verstossen – denn es könnte der Diener des Samichlaus sein.
Zum Schluss sangen Gross und Klein zusammen das traditionelle Chlaushüsli-Liedli «Was isch das für es Liechtli?». Der Lebkuchen, den die Chlaushüsli-Besucher beim Hinausgehen in die Hand gedrückt bekamen, und der heisse Pfefferminztee schmeckte nach einer solchen schönen Geschichte natürlich besonders gut.
Draussen vor der Hütte halfen die Kinder dem Schmutzli fleissig, Holz für das Kamin und die Feuerstelle zu hacken und sahen beim Teekochen auf dem offenen Feuer zu. Benno, der in die Jahre gekommene Esel des Samichlaus, war auch dieses Jahr dabei. Trotz des kalten Wetters lud die stimmungsvolle Weihnachtsatmosphäre die kleinen und grossen Gäste zum Verweilen ein.


Zeitungsbericht vom Freischütz

22. November 2010

Der Samichlaus lebt gemütlich in seiner Stube im tiefen Wald

Auch dieses Jahr erlebt das Chlaushüsli im Maiholzwald einen grossen Andrang. Den Samichlaus freuts, und den Schmutzli macht es gute Laune.

Das Samichlaushüsli im Murianer Wald ist auch dieses Jahr ein äusserst beliebtes Ziel für die Eltern mit ihren Kindern. Feine Lichter zeigen den Weg vom Parkplatz bei der reformierten Kirche zum Haus, wo der Samichlaus wohnt. Und hier müssen die Eltern und Kinder wegen des Andrangs zuerst einmal anstehen, bevor sie Einlass finden und vom Samichlaus eine schöne Geschichte zu
hören bekommen. Hier schmeichelt auch Lebkuchenduft zuerst die Nase und verwöhnt später den Gaumen. Man stellt fest: Der Samichlaus lebt gemütlich in seiner Stube im tiefen Wald.


Zeitungsbericht von Aargauer Zeitung

Esel Beno und warmer Tee
Doch auch vor dem Haus des Samichlaus wird es niemandem langweilig. Schmutzli sägen zusammen mit Kindern Brennholz. Benny, der Esel des Samichlaus, lässt sich von den Kindern streicheln oder mit etwas Heu verwöhnen. Es gibt warmen Tee, und selbst vor dem Haus kann man einem Samichlaus begegnen, der immer Zeit hat für ein kurzes Gespräch. Diese Möglichkeit wird denn auch rege benutzt. «Wo», fragt ein Kind, «hat der Samichlaus das WC?» Man muss dafür aus dem Haus raus, erklärt der gefragte Samichlaus, und das sei gar nicht so schlimm. «Daran gewöhnt man sich.» Ein Bub will wissen, ob er die (elektrischen) Kerzen ausblasen könne. «Nein, nein», winkt der Samichlaus ab, «wir sind keine Zauberer.» Beide lachen. So unkompliziert begegnet man als Kind dem Samichlaus wohl nirgends.

Besuchszeit auch heute
Das Chlaushüsli der St.-NiklausGruppe Kolping Muri ist heute Montag nochmals während zweieinhalb Stunden geöffnet, und zwar von 17 bis 19.30 Uhr. Schon längst finden nicht nur Murianer den Weg hierher, Eltern aus der ganzen Region geniessen die besondere Atmosphäre im und rund ums Samichlaushüsli im Maiholzwald.
(Eddy Schambron Aargauer Zeitung)


16. November 2010

Warum der Samichlaus auf Hausbesuchen weder nach Nikotin noch nach Alkohol riechen darf

Die Chlausgruppe der Kolpingfamilie Muri hat erstmals einen Weiterbildungskurs für gestandene und neue Samichläuse aus der Region organisiert. Dass diese Ausbildung einem Bedürfnis entspricht, zeigte der Aufmarsch von 58 Kursbesuchern aus Auw, Benzenschwil, Boswil-Kallern, Beinwil, Buttwil, Bremgarten, Sarmenstorf und Rudolfstetten.

Der Murianer Oberchlaus Philipp Staubli betonte, dass man zwar in Muri gut organisiert, aber nicht der Meinung sei, dass andere Gesellschaften es weniger gut machen. Ziel des Kurses sei es, eine gewisse Einheitlichkeit in die anspruchsvolle Tätigkeit des Samichlausamtes zu bringen:?«Denn es ist wichtig, diesen schönen Brauch auch für die Zukunft zu erhalten.»
Die Kursbesucher bekamen am letzten Samstag viel geboten für das entrichtete Kursgeld von 20 Franken. Denn neben dem Unterricht und dem anschliessenden Essen war darin auch ein im Aufbau durchdachter Ordner inbegriffen, der in neun lehrreiche Kapital unterteilt, unentgeltich mitgenommen werden konnte.
In seinem Referat im Pfarrsaal beleuchtete Ueli Frey die Fakten und die Legende des Nikolaus von Myra. Nikolaus wurde in der Türkei geboren und 300 Jahre nach Christus Bischof in Myra, rund 350 Jahre nach Christus starb er. Seine Gebeine wurden 1087 nach Chris­­tus nach Bari in Italien überführt, wo sie noch heute in der Basilika ruhen. Aber der Brauch von Samichlaus entstand nicht aus Fakten, betonte Frey, sondern von der Legende, die man über Nikolaus von Myra erzählte. Nikolaus ist übrigens auch Schutzpatron der Seefahrer.

Es sei nicht leicht und einfach, ein Samichlaus zu sein, betonte Josef Frey, langjähriger Samichlaus, in seinen Erläuterungen zur Tätigkeit der Hausbesuche. Es gelte, an vieles zu denken und einiges zu beachten. Der Samichlaus erscheine in prunkvollem Ornat mit dem Bischofshut auf dem Kopf und strahle so bereits eine gewisse Würde aus.
Aber auch der Schmutzli hat gewisse Minimalforderungen zu erfüllen. Er ist nicht mehr der «Polderi» von einst, sondern unterstützt den Samichlaus aktiv und dezent und wird vom Samichlaus nach Möglichkeit vor Ort ins Gespräch miteinbezogen.
Josef Frey wies darauf hin, dass die Vorbereitungen bereits vor dem eigentlichen Besuch beginnen. So sollte das Auto möglichst weit vom Besuchsort abgestellt werden, denn der Samichlaus komme zu Fuss aus dem Wald. Es gelte weiter auch, vor dem Eintritt in ein Haus nochmals zu überprüfen, ob man sich die Namen der Kinder richtig eingeprägt habe, denn Kinder heissen heute nicht mehr einfach «Vreneli, Josef oder so ...».
Wichtig sei auch, pünktlich zu erscheinen und die Kinder in ihrer Erwartung nicht zu lange auf die Folter zu spannen. Mit dem Namen und einem Händedruck sollen die Kinder zuerst und dann alle übrigen Anwesenden begrüsst werden. Es sei pro Besuch genügend Zeit einzuplanen, ohne das Zeitbudget zu strapazieren. Zudem sollte man den Kindern abwechselnd die Gelegenheit bieten, den Stab, die Laterne oder das Buch zu halten.
Was sich ein fähiger Samichlaus immer merken sollte:?Der Samichlaus hebt immer die positiven Seiten hervor, sodass der Besuch in positiver Erinnerung bleibt. Auch nach dem Verlassen der Familie ist Diziplin gefragt, denn man darf keineswegs davonlaufen, sondern soll sich gemessenen Schrittes vom Haus entfernen und im Freien nicht gleich
eine Zigarette anzünden. «Denn die Kinder schauen hinter dem Vorhang zu, wie sich der Samichlaus entfernt, wuss­te Josef Frey berichten. Und so hatte der heute jeweils im Murianer Chlaushüsli tätige Bäckerchlaus noch viele nützliche Tipps für den Familienbesuch parat, die er natürlich gerne an die interessierten Kursbesucher weitergab. – Übrigens: Es handelte sich fast durchwegs tatsächlich um männliche Kursbesucher, die einzige Frau, die erschien, war Andrea Plüss, Berikon, Mitarbeiterin in der Murianer Schulsozialarbeit.

Nach einer halbstündigen Pause dislozierten alle Teilnehmenden ins Matterhaus. In vier Gruppen aufgeteilt, wurde je eine halbe Stunde ein Themengebiet bearbeitet. Im Rollenspiel wurden den Anwesenden aufgezeigt, welche Fallstricke während eines Familienbesuchs auftreten können und wie diese gut umschifft werden. Auch wurde gezeigt, dass mit der Sündenliste, die man von den Eltern zugesteckt erhält, selektiv umgegangen wird. Aber auch der Rethorik und der Kommunikation wurden grosse Aufmerksamkeit geschenkt.
Nach diesem informativem Teil dislozierte man in die Kapelle zu einer kurzen Besinnung und zur Diskussion, anschliessend widmete man sich dem gemeinsamen Nachtessen im Pfarrsaal.
Wie der Murianer Oberchlaus Phillip Staubli betonte, sei mit diesem Kurs eine Grundausbildung geboten worden. Die Kolpingfamilie sei bereit, entsprechend den Rückmeldungen solche Ausbildung auch in Zukunft – jährlich oder aber in unregelmässigen Abständen – anzubieten.


Zeitungsbericht vom Freischütz

15. November 2010

Freiämter Samichläuse drücken die Schulbank

Zum ersten Freiämter Ausbildungstag für Samichläuse fanden 58 Männer – in Zivil – den Weg ins Klosterdorf. Sie lernten dort auch, ob es heute noch eine Rute braucht.

Einige kommen schon seit Jahren aus dem tiefen Wald, um die Freiämter Kinder zu besuchen, andere werden es in diesem Winter das erste Mal tun. Gemeinsam ist diesen Samichläusen, dass sie in Muri die Schulbank drückten. 58 jüngere und ältere Männer besuchen den erstmals durchgeführten Ausbildungstag der St. Niklausgruppe Kolping Muri.

Kein Wald- und Wiesenklaus
Es ist nicht einfach, Samichlaus zu sein. «Wir kommen nicht als lärmende Wald- und Wiesenkläuse in die Familie», stellte Josef Frey, ein Chlaus mit langer Erfahrung, klar. Vielmehr ist der Samichlaus mit prunkvollem Ornat, mit der Mitra, seinem Bischofshut, und dem Stab eine würdevolle Erscheinung. Aber auch die Schmutzli haben gewissen Minimalstandards zu genügen. Und: «Er ist kein Angstmacher, er hat nicht nur eine Statistenrolle, sondern soll nach Möglichkeit ins Gespräch einbezogen werden.»

Gerade diese Gespräche in den Familien sind sehr anspruchsvoll, wie sich im Laufe des Ausbildungstages zeigt. «Manchmal sind die «Familienverhältnisse etwas verschoben», sagt der Lehrer-Chlaus und sorgt damit für Gelächter. Es ist peinlich, wenn der Samichlaus beispielsweise zum gegenwärtigen Lebensabschnittspartner der Mutter Papi sagt. Oder es ist zunehmend schwierig, sich die Namen der Kinder zu merken. «Leider heissen sie heute nicht mehr alle Vreneli, Josef oder so», stellt Josef Frey fest.

Dabei ist es ganz wichtig, die Namen richtig zu wissen und sie auch richtig zuzuordnen. Man merkt: Samichlaus sein erfordert viel Konzentration. Und den bewussten Umgang mit der Sprache: «Man hat schnell einen verdammten Seich erzählt», bringt es Frey auf den Punkt und sorgt wieder für Gelächter. Die Samichlaus-Ausbildung wird hier zwar ernsthaft betrieben, aber trotzdem in einer lockeren, kollegialen Atmosphäre.


Zeitungsbericht von Aargauer Zeitung





Die Entwicklung
Workshop 1




Andrea Plüss, Kindergärtnerin und Mitarbeiterin bei der Murinaer Schulsozialarbeit, befasste sich mit der kognitiven Entwicklung des Kindes.






Die Kommunikation

Workshop 2




Wie sage ich es meinem Kinde? Kommunikation ist erlernbar. Philipp Staubli ging in seinem Workshop unter anderem auf die "Anatomie einer Nachricht" ein, zeigte auf, was aktives Zuhören bedeutet und welche Feedback- Regeln es zu befolgen gilt.






Rollenspielen

Workshop 3




Mit Josef Frey und Rolf Küng gab es Rollenspiele zum Eintritt in die Familie. Auch hier zeigte sich, wie komplex die Aufgabe eines Samichlaus sein kann.






Die Sündenliste

Workshop 4




Jvan Magro und Thomas Frey schauten sich mit den Teilnehmern die Sündenlisten bei Familienbesuchen genauer an und übten Situationen in Rollenspelen.


Braucht es noch eine Rute?
War früher der Schmutzli oft ein kettenrasselnder, knurrender Angsteinflösser, ist er heute der treue Begleiter und Gehilfe des Samichlaus. Aber oft hat er auch eine Rute dabei. «Das ist heute eine symbolische Erinnerung an den Besuch des Samichlaus», sagt Frey. «Mit ihr sollen die Kinder nicht ausgeschmiert, mit ihr soll nicht dreingeschlagen werden», unterstreicht Frey. Oft wünschen die Eltern auch, dass die Rute draussen bleibt. Solche Wünsche berücksichtigt der Samichlaus selbstverständlich.

Schliesslich stellt Frey fest, dass gewisse Probleme, die von den Eltern auf den Spickzettel notiert wurden, besser weggelassen werden. «Bettnässen beispielsweise sollten wir einfach auf der Seite lassen, dieses Problem kann der Samichlaus nicht lösen helfen.» Es zeigt sich, dass der brave Mann im roten Gewand viel Einfühlungsvermögen und Fingerspitzengefühl entwickeln muss. «In ein paar Minuten können wir Kinder nicht anders erziehen, aber wir können ihnen ein gutes Erlebnis verschaffen», fasst Frey die Aufgabe des Samichlaus zusammen.

Grundausbildung bieten
«Wir wollen eine Grundausbildung bieten», sagt Philipp Staubli von Kolping Muri. Dank viel Fronarbeit kostet die Teilnahme nur gerade 20 Franken, Abendessen und ein Ordner mit den wichtigsten Anweisungen inklusive. Wenn die Rückmeldungen positiv sind, will Kolping Muri die Ausbildung auch in Zukunft anbieten, jährlich oder in regelmässigen Abständen.

Praktische Tipps
Am ersten Ausbildungstag in Muri gab es aber auch ein paar ganz praktische Tipps: «Es ist von Vorteil, beim Besuch in der Familie den Schmutzli nicht gleich vor das brennende Cheminéefeuer zu stellen», führt Frey aus, «der schwitzt nämlich in seiner schwarzen Kluft auch so genug.» Vor dem Auftritt soll Raucheratem neutralisiert werden, «aber nicht mit Alkohol», mahnt der Schulmeister der Samichläuse. Überhaupt: «Vor einem Auftritt in den Familien gibt es keinen Alkoholgenuss.»

Wichtig ist auch, das Auto weit genug vom Besuchshaus abzustellen, denn schliesslich kommt der Samichlaus zu Fuss aus dem tiefen Wald. «Und nach dem Familienbesuch nicht gleich davonspringen oder noch vor der Haustür eine Zigarette anzünden. Das gehört sich für einen Samichlaus nicht, und die Kinder schauen garantiert noch hinter dem Vorhang zu, wie sich der Samichlaus entfernt.» Samichlaus sein, das wird klar, erfordert Disziplin, das Einhalten eines genauen Zeitplanes, denn sonst wird für die Kinder das Warten unerträglich. Klar muss auch sein, dass der Samichlaus keine Fasnachtsfigur ist. «Wenn wir das Samichlaus-Gewand anziehen, dann sind wir der Samichlaus», stellt Frey klar.
(Eddy Schambron Aargauer Zeitung)


19 Oktober 2010

Der Samichlaus geht mit der Zeit, aber bleibt den Traditionen verpflichtet

In Muri naht für den Samichlaus die intensive Zeit wieder. Mit knapp 50 Aktiven – Samichläuse, Schmutzli, Säcklifrauen, Helfer – konnte am vergangenen Dienstagabend im Pfarrsaal mit der Chlaus­eröffnung die diesjährige Kampagne eingeleitet werden.

Zuerst wurde wie üblich durch die fünf Vorstandsangehörigen der St.-Nikolaus-Gruppe Kolping Muri ein Nacht­essen serviert – durch das Hotel Ochsen in Kochkisten vorbereitet –, samt verschiedenartiger Tranksame. Es war der Dank an alle für die im vergangenen Jahr so gut geleistete Arbeit. So wurde denn auch der folgende Abwasch gross­zügigerweise dem Vorstand überlassen. Die Tische waren stimmungsvoll mit Chlauslichtern bestückt, die allerdings erst erleuchtet wurden, als der aufmerksame Kirchensiegrist ihnen das nötige Licht gab. Anstelle einiger altbekannter Gesichter waren tröstlicherweise etliche junge zu entdecken.
Oberchlaus Philipp Staubli vergass in seiner Begrüssung der Aktiven auch ­Kari Kron vom «Freischütz» nicht, der trotz angeschlagener Gesundheit einmal mehr präsent war, was mit Applaus quittiert wurde. Auch unterstrich Staubli nochmals den Dank an alle Chläuse, Schmutzli, Säcklifrauen und Helfer, die alle für das künftige Geschehen unentbehrlich sind. Speziell begrüsst wurde auch Josef Frey, der seit Jahren die aufwendige Arbeit rund um das Chlaushüsli auf sich nimmt.
In seinen Ausführungen wies der Oberchlaus auch darauf hin, dass in Nachbarländern das Geschehen im Vorfeld zu Weihnachten immer stärker gewichtet werde, zum Teil allerdings nicht mit Bezug zu Samichlaus und Christkind, sondern eher in Richtung Weihnachtsmann. In unserem Sinn sei das also eher eine Fälschung der Geschichte.
Die Tradition, wie sie in Muri gepflegt werde, fördere die sozialen Kontakte. An Symposien würden die praktischen Arbeiten von Samichlaus und Schmutzli besprochen, gegenüber frü­her würden neue Wege beschritten, wodurch auch die früher noch vorhandene Angst der Kinder vor dem Schmutzli weitgehend genommen werden konnte. So ist es auch das Anliegen der Kolping Muri, in dieser Beziehung während des Jahres mehr unternehmen zu können. Die Ausführungen wurden mit gebüh­rendem Applaus verdankt.
Der Oberchlaus wies auch darauf hin, dass gegenwärtig die Zahl der Aktiven etwas geringer ist, da gegenwärtig ein Manko an Schmutzli besteht. Er zeigte sich jedoch zuversichtlich, dass dieses Defizit noch rechtzeitig ausgeglichen werden kann.
Wissenswertes rund um das Chlaushüsli wusste Josef Frey, der langjährige Chef der Chlaushüsli-Gruppe, zu berichten. Ihm war anzusehen, dass ihn dieses Anliegen schon länger beschäftigt. Er hat bereits seit einiger Zeit alles vorbereitet, steht doch die Chlaushüsli-Aktion mit frischen Lebkuchen und dem Erzähl-Klaus bereits zum 17. Mal auf dem Programm.
Und so läuft’s: Am Freitag, 19. November, laufen die Vorbereitungen und Einrichtarbeiten im Hüsli. Am Samstag, 20. November, folgen die Vorarbeiten auf dem Waldweg, der die Besucher ab der reformierten Kirche ans Ziel bringt. Gegen Abend wird dann für die zahlreichen Besucher an den Abenden von Samstag, Sonntag und Montag alles bestens vorbereitet sein.
Bevor nun auch das Gespräch über Einsatzzeiten und Einteilungen weiter ging, war der Moment gekommen für den erwarteten Kaffee und das Dessert, in verdankenswerter Weise kreiert von der Chefin der Säcklifrauen, Pia Meyer, in Form von gluschtigen Rouladen.
Der feierliche Auszug des Samichlaus wird wie gewohnt am ersten Adventssonntag, 28. November, vor der Pfarrkirche stattfinden. Anschliessend folgt die Bescherung auf der Marktstrasse.
Die Chlausbesuche erfolgen wie üblich nach Dorfteilen getrennt: am Samstag, 4. Dezember, im Dorfteil Wey und im Roth-Haus, am Sonntag, 5. Dezember, im Dorf, am Montag, 6. Dezember, in der Egg und in der pflegimuri. Voraus gehen am 2. Dezember die Besuche in den Aussenquartieren und im Alterswohnheim St. Martin, während am 8. Dezember die Altersbesuche folgen.


Zeitungsbericht vom Freischütz

18. Juni 2010

Ehrungen an der 19. Generalversammlung der St.-Nikolaus-Gruppe Kolping in Muri

Nicht im kleinen Chlaushüsli im Maiholz, sondern in der Waldhütte «Tannenlaube» trafen sich die Mitglieder St. Nikolaus-Gruppe Kolping Muri zur Generalversammlung. Vier Mitglieder konnten neu aufgenommen werden und ein Ehrenmitglied ernannt werden.

Ohne ein kühles Bier oder einen spritzigen Apfelsaft läuft bei den Samichläusen und Schmutzli bei tropischen Temperaturen nichts oder nicht viel. Nachdem die erfrischenden Getränke bei Versammlungsbeginn am vergangenen Freitag noch fehlten, hatte der Vorsitzende, Oberchlaus Philipp Staubli, etliche Mühe, die Vereinsversammlung so richtig in Schwung zu bringen.
Dies änderte sich blitzartig, als das kühle Nass verteilt und der erste Durst gelöscht war. Und man spürte es gleich von Beginn weg, dass die Samichläuse und Schmutzli nicht nur ernste Leute sind, sondern auch gern die Geselligkeit pflegen. Zur Eröffnung der Versammlung durfte der Vorsitzende auch den Ehrenpräsidenten und ehemaligen Oberchlaus, Edi Burkart, begrüssen.
In seinem Jahresbericht freute sich Philipp Staubli über die Vergrösserung der Chlausfamilie: Am 2. Juni 2009 erblickte Julia, Tochter der Familie Beat und Andrea Küng, das Licht der Welt, am 7. September David, Sohn von Ueli und Patricia Frey, und am 13. März 2010 Theo, Sohn von Marco und Andrea Staubli.
Vor der traditionellen Chlaussaisoneröffnung vom 20. Oktober 2009 wurde erstmals vorgängig eine Einschreibeaktion für die Einsätze durchgeführt. So mussten an der Veranstaltung nur noch die Lücken geschlossen und keine Suchaktionen zur Komplettierung der Einsatzlisten für die Besuche durchgeführt werden.
Mit dem Chlaushüsli konnte einmal mehr vielen Besucherinnen und Besuchern eine grosse Freude bereitet werden. Das OK unter der Leitung von Sepp Frey sorgte für eine problemlose Abwicklung des Anlasses, und der Aufbau wurde wiederum in Rekordzeit bewältigt. Die Chlauseinstimmung und Ausbildung am Morgen des ersten Advent leitete ein letztes Mal Sepp Frey. Am Abend wurde der Chlausauszug mit der besinnlichen Rede von Begrüssungschlaus Peter Zbinden eröffnet.
Die St.‑Nikolaus-Gruppe Kolping Muri konnte mit 152 Besuchen in 148 Familien die Besuchsanzahl ein weiteres Mal erhöhen. Erstmals mussten im Jahr 2009 im Quartier Wey gleich sechs Samichläuse eingesetzt werden, um die grosse Anzahl Anmeldungen problemlos zu bewältigen. Dabei darf natürlich die grosse Arbeit von Marion Burkart, der Routenplanerin und Verpflegungschefin, nicht vergessen werden.
Übrigens können dank Webmaster Thomas Meyer die Besucher im Internet sehen, welches Quartier an welchem Datum besucht wird, und, was für Neuzugezogene ein Vorteil ist, welche Strasse zu welchem Dorfteil gehört. Ein Novum in der Geschichte der Chlausgruppe war die Zusammenlegung von Altersheim und Aussenquartieren, das sich bestens bewährte.
Kassier Rolf Küng durfte den Anwesenden einen positiven Rechungsabschluss präsentieren, der natürlich ohne Intervention gutgeheissen wurde.
Schliesslich konnte die Versammlung vier neue Mitglieder in den reinen Männerverein aufnehmen, die sich während einiger Jahre stark im Verein engagiert haben. Es sind dies David Keller und Reto Keller nach drei Jahren Einsatz, Daniel Wachter nach vier Jahren und Franz Hold nach sechs Jahren; Franz Hold besucht seit sechs Jahren die Schulklassen von Muri.
Den neuen Mitgliedern wurden beim Apéro anschliessend an die GV die Statuten und ein grosser Grittibänz übergeben, den die drei anwesenden Neulinge mit den übrigen Mitgliedern teilen mussten.
Nach dem Wegzug von Muri engagiert sich Roland Räber für die Chlausaktion in seiner neuen Wohngemeinde Rapperswil-Jona, und so bleibt ihm keine Zeit mehr für die Aktivitäten in Muri. Er gab daher schweren Herzens seinen Rücktritt bekannt.
Bei den Gesamterneuerungswahlen des Vorstandes im nächsten Jahr wird André Bühlmann nicht mehr antreten. Auch drei der vier OK‑Mitglieder Chlaushüsli, die den Anlass 1994 ins Leben gerufen haben – Heinz Fuchs, Josef Hard und Josef Frey – haben ihre Demission eingereicht. Für die Zukunft möchte Präsident Philipp Staubli die Koordination des Anlasses einem Mitglied im Vorstand übertragen.
Im nächsten Jahr feiert der Verein sein 20‑jähriges Bestehen. Das Jubiläum soll mit einem besonderen Ausflug gefeiert werden, wozu dem Vorstand ein Beitrag von 8000 Franken zur Verfügung steht. Der Verein wird wiederum zum Apéro von zwei Hochzeitspaaren eingeladen: von Thomas und Seraina Keller sowie von Ueli und Patricia Frey. In der Chlausenzeit 2010 wird neu ein Murianer St. Nikolaus mit Schmutzli am Auszug in Oberwil-Lieli dabei sein.
Neben Ehrenpräsident Edi Burkart erhält die St.‑Nikolaus-Gruppe mit Josef Frey ein weiteres Ehrenmitglied. Sepp Frey war bereits auf der ersten noch vorhandenen Einsatzliste von 1973 vermerkt. Er hatte jahrzehntelang die Geschicke des Vereins mitgeprägt, zuerst als Helfer und dann als Gründungsmitglied 1991. Er gehörte von 1991 bis 2004 dem Vorstand an und lancierte 1994 mit andern zusammen das Chlaushüsli. Er war zudem jahrzehntelang Ausbildungschef des Vereins. Mit Applaus wurde Sepp Frey in den Ehrenstand erhoben, zu welchem er eine Urkunde ausgehändigt bekam. Überrascht über die Ehre bedankte sich das neue Ehrenmitglied und gab der Hoffnung Ausdruck, dass der schöne Brauch auch in Zukunft weiter bestehen wird.
Zum anschliessenden Apéro und Nachtessen waren auch die Ehepartnerinnen eingeladen. Dabei bedankte sich Präsident Philipp Staubli bei drei engagierten Frauen ganz besonders mit Blumen; Pia Meyer als Verantwortliche für die Chlaussäckli anlässlich des Chlausauszuges, Vreny Burkart für das Einkleiden und Schminken der Samichläuse und Marion Burkart für die Routenplanung.


Zeitungsbericht vom Freischütz

2011


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