2016

Die Samichläuse sind gegenwärtig intensiv in ihren Vorbereitungen. Das tun sie, das weiss man aus eigener Kindheit, im Wald. Längst trifft man Samichläuse und Schmutzli nicht mehr nur vor der Kirche oder bei ihrem Gang zu den Familien an. Man kann sie in ihrem Zuhause besuchen – heute Samstag beispielsweise in Muri oder in Sins.
Angebote aus ihrer Region

An vielen Orten haben sich die Chlaushüsli, also der Besuch beim Samichlaus im Wald, etabliert und sind nicht mehr aus dem vorweihnachtlichen Kalender wegzudenken. Der Samichlaus-Brauch hat im Freiamt in den letzten Jahren und Jahrzehnten eine Wiederbelebung erfahren wie kein zweiter. Und selbstverständlich haben zahlreiche Samichläuse einen eigenen Internet-Auftritt.
Bischof von Myra

Der Samichlaus geht auf Nikolaus von Myra zurück. Er lebte in der ersten Hälfte des 4. Jahrhunderts und war mit grösster Wahrscheinlichkeit Bischof in Myra. Den Legenden zufolge ermöglichte er durch heimliche Geldspenden drei armen Mädchen die Heirat, befreite unschuldig zum Tod verurteilte Jünglinge, errettete drei zu Unrecht gefangene Offiziere und schützte Schiffer in Seenot. Noch heute zählt er zu den 14 Nothelfern und ist der Schutzpatron der Kinder und Schüler.

Mit der Reformation verlor die Nikolausverehrung, welche im Mittelalter ihre Blüte erreicht hatte, an Bedeutung. Heute besucht der Samichlaus in Anlehnung an die Legenden von damals um den 6. Dezember herum die Kinder, lobt und rügt sie und bringt Nüsse und Mandarinen. Das Bild vom bösen, schimpfenden Samichlaus, der mit seinen Knechten die Kinder in den Sack steckt, gehört längst der Vergangenheit an. Es ist für die Samichläuse oberstes Ziel, den Chlausbesuch als unvergessliches und schönes Ereignis für die Kinder zu gestalten. (az)

Eine Vorreiterrolle im Freiamt hatte die St.- Nikolausgruppe Kolping in Muri eingenommen. Als ihre Mitglieder das Chlaushüsli vor vielen Jahren zum ersten Mal in der Maiholzwaldhütte eröffneten, ahnten sie nicht, welchen Publikumserfolg sie Jahr um Jahr erleben würden.

Aus der näheren und weiteren Region wandern Eltern mit ihren Kindern seither zum Murianer Samichlaus. Hier treffen sie ihn nicht nur selber an und hören eine Geschichte in der warmen Stube, sondern auch viele seiner Helfer, welche etwa Lebkuchen für die Besucherinnen und Besucher backen sowie Tee zubereiten.

Die Kinder können den Esel des Samichlaus streicheln und den Schmutzli helfen, Ruten zu binden. Zweck der Klausgruppe ist denn auch die Förderung und Aufrechterhaltung des ursprünglichen St.-Nikolaus-Brauchtums mit Klausauszug, Familienbesuchen, Klausfeiern bei älteren Personen, Gesellschaften und Verein, mit dem Besuch in Spitälern, Kinderkrippen und Heimen und eben mit dem Chlaushüsli, dieses Jahr geöffnet von heute Samstag bis 21. November, jeweils von 17 bis 19.30 Uhr.
Mit Shuttle-Bus

Selbstverständlich kann man schon längst auch an anderen Orten im Freiamt den Samichlaus im Wald besuchen, etwa in Boswil. Letzterer ist sogar ein besonders moderner und umweltfreundlicher: Regelmässig fährt ein kostenloser Shuttle-Bus vom Bauamt/Feuerwehrlokal Boswil zu ihm in den Wald, weil es rund um sein Haus eben keinen und in der Nähe nur wenige Parkplätze zur Verfügung hat. Der Boswiler Samichlaus ist am Samstag und Sonntag, 26. und 27. November, jeweils von 16 bis 19.30 Uhr, für die Kinder da.

Hier können sie auch Brennholz sägen und Guetzli selber backen. Wenn der Boswiler Samichlaus nicht im Wald anzutreffen ist, befindet er sich von Ende November bis Mitte Dezember in Boswil, Kallern, Bünzen, Waldhäusern und Besenbüren unterwegs zu den Familien.
Feierliche Auszüge

In den meisten Pfarreien erhalten haben sich die traditionellen, feierlichen Auszüge des Samichlaus. Von der Kirche aus macht er sich auf den Weg zu den Kindern nach Hause, je nachdem ziemlich direkt oder zuerst mit einem kleinen Umzug durchs Dorf. Im Bremgarten beispielsweise ist das am 26. November, um 17 Uhr, der Fall.

Durchgeführt werden die Samichlausbesuche von der Chlausaktion Bremgarten, einer einfachen Gesellschaft aus etwa 60 engagierten Samichläusen und Schmutzli, die Jahr für Jahr in ehrenamtlicher Tätigkeit den Kindern eine Freude bereiten. In Wohlen findet ein besonders stattlicher Samichlaus-Auszug statt: Wenn zehn Samichläuse mit ihren Dienern oben auf der grossen Kirchentreppe stehen, gibt das schon ein sehr imposantes Bild ab.

Der Chlausauszug der – dieses Jahr übrigens auf 75 Jahre zurückblickenden – Wohler Nikoläuse findet immer am zweiten Adventssonntag, 4. Dezember, 16.45 Uhr, statt. Die dekorative Weihnachtsbeleuchtung, der grosse Weihnachtsbaum im Kirchenplatzkreisel und der überdimensionale Adventskalender an der Kirchenmauer geben dem grössten Chlausauszug im Kanton Aargau zudem eine spezielle vorweihnachtliche Note.


Zeitungsbericht von Aargauer Zeitung



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